Als kürzlich Herr König seine Erfahrung mit dem Growney Mietkautionsdepot geteilt hat und wie positiv er die Nutzung des Kautionsdepot mit ETF-Fonds empfand, hat er ebenfalls die Reaktion seines Vermieters mit den Worten „Hauptsache nicht in bar“ wiedergegeben.

Ähnliches hatte ebenfalls Steffi Schädel von Jeder-kann-Immobilien im Interview als Tipp mitgegeben – die Barkaution scheint ein Auslaufmodell zu sein und immer mehr Vermieter verweigern sich dieser Art der Kautionsübergabe. Warum ist das so und wie wird die Kaution dann eingerichtet?

Warum ist die Barkaution mittlerweile so unbeliebt?

Rechtlicher Rahmen bei der Mietkaution

Das Mietrecht §551 BGB gibt klare Vorgaben zur Mietsicherheit

Schon 2019 hatte die Stiftung Warentest und 2022 erneut der Bayrische Rundfunk vor Mietkautionsbetrug gewarnt. Das Schema dabei ist einfach: Ein vermeintlicher Vermieter bietet einem Interessenten eine Wohnung an mit der Bedingung dass die Kaution vorab in Bar übergeben wird. Mittlerweile gibt es auch die Version davon, dass die Kaution auf ein ausländisches Konto überwiesen werden soll. Spätestens hier sollten beim Mieter alle Alarmglocken läuten.

Der Schutz vor dieser Betrugsmasche ist ebenso effektiv: Die Mietkaution wird immer erst nach Unterzeichnung des Mietvertrages an den Vermieter übergeben. Entweder in 3 Monatsraten, als Mietbürgschaft oder eben wie zuvor durch den Mieter erwähnt als Mietkautionsdepot mit einer Verpfändung an den Vermieter. Denn erst im Mietvertrag wird definiert wie hoch eine Mietkaution sein wird und ob diese überhaupt zu leisten ist.

Die Wohnungsknappheit lässt solche Art des Betrugs zu, das Verlangen nach bezahlbarem Wohnraum in guter Lage ist hoch. Trotzdem gilt es bei der Kaution die Regeln des Ablaufs einzuhalten.

Nicht nur durch diese Art von Mietkautionsbetrug ist die Barkaution in Verruf geraten, sondern ebenfalls durch die Möglichkeit, dass sich der Vermieter dadurch auch der Veruntreuung schuldig (§ 266 StGB) machen kann. Und das ist nur eine von vielen Möglichkeiten als Vermieter in ein Fettnäpfchen zu treten: So vermeiden Sie die 7 häufigsten Fehler bei der Mietkaution

Keine Barkaution – Welche Alternativen gibt es?

Neben der Barkaution gibt es einige Alternativen um die Mietsicherheit zu leisten, zuletzt ist es jedoch immer eine Entscheidung die zwischen Mieter und Vermieter getroffen wird, in den meisten Fällen gibt der Vermieter vor welche Art von Sicherheit am besten funktioniert.

  • Eine persönliche Bürgschaft (auch Elternbürgschaft genannt) kommt immer dann zum Einsatz, wenn keine Kaution hinterlegt werden soll, oder aber wenn freiweillig durch den Mieter eine höhere Sicherheit zuzüglich einer weiteren Kaution geleistet wird
  • Eine Mietkautionsbürgschaft oder auch Mietkautionsversicherung kann sowohl durch Banken (Avalkredit) als auch Versicherungen angeboten werden. Hier kommen jährliche Kosten zwischen 3,9% und 4,7% der Kautionssumme auf den Mieter pro Jahr zu. Die Zahlungen sind keine Anzahlung, im Schadensfall muss der Mieter ebenfalls die Kautionssumme leisten.
  • Ein Mietkautionskonto kann sowohl durch den Mieter eingerichtet werden und anschließend an den Vermieter verpfändet werden, als auch durch den Vermieter in Form eines Treuhandkontos auf den Namen des Mieters. Legt der Vermieter das Konto an, kann der Mieter die Kaution auch in 3 gleichen Raten ab Einzug überweisen. Hat der Mieter die Kautionssumme nicht liquide kann auch ein Kredit dafür aufgenommen werden und die Kaution auf einmal an den Vermieter gezahlt werden, während der Kredit über mehrere Raten getilgt wird.
  • Ein Mietkautionsdepot ist die Möglichkeit als Mieter eine höhere Rendite auf die Mietsicherheit zu erzielen, indem die Kaution in Form von Fonds angelegt und an den Vermieter verpfändet wird.

Je nachdem welche Lebenssituation für den Mieter vorhanden ist und welche Art der Vermieter bevorzugt kommen dadurch verschiedene Möglichkeiten zum Einsatz – eine Barkaution ist jedoch nicht mehr notwendig.

Zwei Formen werden im Detail beschrieben, denn die Einrichtung einer Mietkaution ist keine Raketenwissenschaft und dank des Internets mittlerweile schnell, einfach und sicher umgesetzt.

Treuhandkonto für die Mietkaution als Vermieter einrichten

Eines der beliebtesten Vermieterkonten ist das DKB Vermieterpaket. Mit diesem wird es kinderleicht ein Treuhandkonto auf den Namen des Mieters selber online einzurichten, ohne einen Termin bei einer Bank zu machen.

Das DKB Vermieterpaket kann man als Vermieter einfach online beantragen, dieses basiert auf dem kostenlosen DKB Girokonto. Die Einrichtung ist demnach einfach folgende:

  1. Zunächst ein DKB Girokonto eröffnen
  2. Anschließend über das Onlinebanking das DKB Vermieterpaket beantragen
  3. Auf der DKB Treuhandplattform ein kostenloses Mietkautionskonto als Treuhandkonto einrichten
  4. Dem Mieter die IBAN des neu eingerichteten Kontos mit Bestätigung der Kontoeinrichtung auf seinen Namen zukommen lassen:

Mietkaution Treuhandkonto DKB

Mietkautionsdepot als Mieter einrichten

Eines der einfachsten Kautionsdepots ist aktuell das von Growney. Das liegt daran, dass man als Mieter lediglich eine Anlagestrategie ermittelt und dann in passende günstige ETF-Fonds investiert wird. Diese haben eine höhere Renditeerwartung als ein klassisches Sparbuch und können somit die Mietsicherheit erhöhen. Diese Art der Anlage lohnt sich insbesondere für längere Mietverhältnisse um mögliche Marktschwankungen langfristig auszugleichen. Die Einrichtung einer Mietkaution mit Growney ist dabei denkbar einfach

  1. Ein Kautionsdepot bei Growney als Mieter beantragen
  2. Kautionssumme vom Girokonto einziehen lassen, damit werden Fondsanteile gekauft
  3. Kautionsdepot mittels Verpfändungserklärung (wird von Growney bereitgestellt) an den Vermieter verpfänden

Wertentwicklung Growney Mietkautionsdepot

Die zwei dargestellten Möglichkeiten zeigen wie man eine Mietsicherheit von zu Hause oder aus dem Büro einrichten und dadurch die Barkaution effektiv vermeiden kann.

Schließlich handelt es sich bei der Sicherheit im Durchschnitt um eine vierstellige Summe, die zunächst vom Bargeldautomaten abgehoben und anschließend wieder durch den Vermieter eingezahlt werden müsste.

Fazit: In Zeiten von Mobile-Banken, Direktbanken und Filialsterben der traditionellen Banken scheint diese Art der Mietsicherheit dem Ende geweiht. Durch moderne Kautionsformen wie dem Mietkautionsdepot auf den Namen des Mieters oder aber Treuhandkonten die der Vermieter selber online einrichten kann wird das Mieten und Vermieten sicherer und einfacher gemacht.


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Autor: Mietkaution Redaktion

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